Ziel: Mehr Wasser in der Talsperre zum Saisonstart und zuverlässiger Hochwasserschutz
Kassel. Möglichst viel Wasser in der Edertalsperre speichern und dennoch saisonalen Hochwasserschutzraum gewährleisten: Was zunächst nach einem Widerspruch klingt, wird aktuell vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser und dem Regierungspräsidium (RP) Kassel mit vertieften Untersuchungen ausgelotet. Ziel ist ein erweiterter fachlicher Ansatz, um die Edertalsperre auch in längeren Trockenperioden optimiert zu bewirtschaften. Die Auftragserteilung an auf derartige Fragestellungen spezialisierte Experten zur Unterstützung der lokalen Fachleute bei der Entwicklung eines operativen Steuerungsvorschlags steht unmittelbar bevor. Die anstehenden Untersuchungen sollen gründlich und mit Bedacht durchgeführt werden. Erste Ergebnisse werden Ende des kommenden Jahres erwartet.
Situativer Ansatz mit monatlichen Bedarfsszenarien
Der Hochwasserschutzraum der Edertalsperre könnte im Ergebnis u.U. „situativer“ werden, weg von einem starren bzw. geradlinigen Verlauf, hin zu einer Auswahl monatlicher Bedarfsszenarien, abhängig von der mittelfristigen „Großwetterlage“. Möglich sind allerdings auch Änderungen an Verlauf und Höhe der einzelnen Monatswerte. Die Fachleute von WSA, Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) sowie RP Kassel und Hessischem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (HLNUG) haben die Datenlage bereits dahingehend vorausgewertet. Die detaillierte Bemessung inklusive Auswahl und Integration geeigneter Vorhersagemodule wird aufgrund der hohen Komplexität allerdings noch bis Abschluss der Projektphase andauern.
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Absolventinnen und Absolventen geehrt
„Wir sind vorsichtig optimistisch, dass mit einem derartigen monatsbasierten Ansatz die Wahrscheinlichkeit einer vollen Talsperre zum Saisonbeginn 1. Mai noch einmal erhöht werden kann. Um das Hochwasserrisiko nicht zu erhöhen, arbeiten wir statistisch abgesichert und nicht intuitiv“, so Maurice Jurke vom WSA Weser. Regierungspräsident Mark Weinmeister ergänzt: „Wir sind bereits jetzt bemüht, unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes das Optimum aus der Bewirtschaftung herauszuholen. Mit dem neuen Ansatz könnten wir nochmals wertvolle Prozentpunkte gewinnen, die die Zeit eines gut gefüllten Edersees verlängern könnten.“
Kernforderung der Edersee-Anrainerkommunen wird berücksichtigt
Mit diesem Ansatz kommen die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und die für den Hochwasserschutz zuständige hessische Wasserwirtschaftsbehörde einer Kernforderung der Resolution der Edersee-Anrainerkommunen nach. Diese Resolution forderte unter anderem, dass „hydrologische Bewertungen des Hochwasserschutzraums unter Berücksichtigung aktueller Klimaprojektionen und Wasserhaushaltsmodellierungen“ vorgenommen werden sollten, diese dürften allerdings „nicht zu einer einseitigen Schlechterstellung der Unterlieger führen“. Zwar kann eine volle Talsperre zum 1. Mai ein anschließendes niederschlagsarmes Sommerhalbjahr bezüglich des Füllstandes nicht retten, die Saison aber durchaus verlängern. Neben dem inzwischen etablierten „Wintersparbetrieb“ soll der neuerliche Ansatz darauf hinwirken, dass die Bewirtschaftung mit einer vollen Talsperre im auslaufenden Frühjahr in die Saison starten kann.













